SG BBM Bietigheim Velz sichert der SG beim ASV Hamm-Westfalen den Sieg

Von Michael Nachreiner
Alexander Velz war der überragende Bietigheimer Akteur. Mit seinen Stemmwürfen hielt er die SG BBM im Spiel. Foto: /Mathias M. Lehmann

Die SG BBM Bietigheim gewinnt im Verfolgerduell mit 33:32 (18:18). Der Endstand ist überhaupt erst das dritte Mal, dass die Romero-Sieben in der Westpress-Arena führt.

Auch wenn SG-Trainer Iker Romero jede noch ausstehende Partie der Zweiten Bundesliga als Endspiel bezeichnet, sind manche Duelle „größer, weil es um sogenannte Big Points geht“, erklärt Bietigheims Rückraumspieler Tom Wolf. Eine dieser „größeren“ Begegnungen war die Partie des Tabellenzweiten beim -dritten ASV Hamm-Westfalen. Und diese gewann die SG BBM Bietigheim in einem Herzschlagfinale mit 33:32 (18:18). Damit setzten sich die Ellentaler in der Tabelle auf den westfälischen Verfolger auf drei Zähler ab. „Die drei Punkte Vorsprung nehmen wir gerne mit. Denn drei Punkte, sind drei Punkte“, berichtet Wolf nach der Partie bei Dyn.

In der letzten Minute verpasste zunächst Andreas Bornemann, den ASV nach Wolfs Ausgleich zum 32:32 wieder in Front zu bringen. Sieben Sekunden vor dem Ende netzte dann Alexander Velz mit seinem achten Treffer zum 33:32 ein. Und im Gegenzug parierte Mohamed Aly einen Kempa von Björn Zintel auf Jakub Sterba. Es war erst die sechste Parade des ägyptischen Nationaltorhüters in 32 Minuten Spielzeit. Danach kannte der Jubel bei den Bietigheimern und ihren zahlreich nach Hamm mitgereisten Fans keine Grenzen mehr.

SG kommt nicht zu ihrem Spiel

Dabei hatte fast alles in der ersten Halbzeit für Hamm-Westfalen gesprochen. Die Bietigheimer kamen kaum in ihr berühmt-berüchtigtes Tempospiel. Auch die Außen, Christian Schäfer auf rechts und Alexander Pfeifer auf links, waren praktisch komplett abgemeldet. Aus dem Spiel heraus gelang den beiden jeweils nur ein Treffer. Und auch die Kreisläufer Fabian Wiederstein und Jonathan Fischer waren überhaupt kein Faktor. Vor allem Letzterer, in der Regel einer der erfolgreichsten Werfer der SG BBM, blieb genauso wie Wiederstein in den ersten 30 Minuten ohne Torerfolg. Einziger Lichtblick. Mit Ablauf der Spielzeit klappte mal ein Anspiel auf Fischer, der einen Siebenmeter herausholte.

Darüber hinaus ging das Torhüterduell klar an die Gastgeber. Felix Hertlein kam in Hälfte eins auf acht Paraden – vier davon in den ersten zehn Minuten. Und auch sein Ersatz, Marcos Colodeti, der die letzten sechs Minuten zwischen den Pfosten stand, führte sich mit einer Parade gegen Juan de la Peña in einem der wenigen Tempogegenstöße hervorragend ein und kam noch auf eine weitere. Aly, der anstatt von Fredrik Genz in der Startsieben der SG BBM stand, bekam dagegen fast überhaupt keine Hand an einen Ball. Nach 14 Minuten brachte SG-Trainer Romero deshalb auch Genz für den Ägypter. Der Mann mit der Trikotnummer 16 entschärfte aber auch nur zwei Würfe.

ASV kann sich nicht absetzen

Dennoch konnten sich die Gastgeber nicht wirklich absetzen. Denn sie mussten sich jeden Treffer gegen die drittbeste Abwehr der Liga hart erarbeiten. Auf der anderen Seite waren die Bietigheimer immer wieder entweder durch Kreuzbewegungen aus dem Rückraum oder durch Stemmwürfe von Alexander Velz erfolgreich. Der SG-Spielmacher war es auch, der die Gäste das einzige Mal in Hälfte eins in Führung brachte – 9:8 (13.). Ansonsten lagen die Bietigheimer immer zurück, allerdings mit maximal zwei Toren.

Auch nach dem Seitenwechsel blieben die Hammer am Drücker, setzten sich in den ersten drei Minuten auf 21:19 ab. Als De la Peña in dieser 33. Minute mit Rot vorzeitig zum Duschen geschickt wurde – er hatte Yonatan Dayan in den Wurfarm gegriffen –, war der Weg offen für die Gastgeber, das Verfolgerduell von Spitzenreiter 1. VfL Potsdam für sich zu entscheiden.

Doch die anschließende zweiminütige Unterzahl gewann die SG sogar mit 2:0. Und auch in der Folge ließen sich die Bietigheimer nicht abschütteln. Die Partie blieb auf Messers Schneide – die Hammer legten vor, setzten sich auch mal auf zwei Treffer ab, doch die Gäste zogen immer wieder nach. Bis die letzte Minute begann. Das 33:32 war erst das dritte Mal, dass die Ellentäler vor 2500 Zuschauern in der Westpress-Arena führten.  Michael Nachreiner

 
 
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